gerissen sein in der ich behutsam liegen sollte und
ich bin heruntergeplumst mitten in ein
konservatives, erzkatholisches Kaff das sich alte
Römer- und Bischofsstadt nannte...
nach meiner Meinung hat sie diesen Titel immer
noch so verdient.
Man kann es sich nicht aussuchen wo man
nun geboren wird aber man kann
irgendwann einmal entscheiden wo man
leben will.
Das tat ich dann auch sehr früh.
Auf meiner Suche wo es mir gefällt gab es
einige Städte in denen ich mehr oder
weniger lange mich aufhielt.
Lörrach (Basel), Düsseldorf und Hamburg
waren Städte in denen ich mich sehr wohl
fühlte. Immer wieder auch München... und
da bin ich nun mal seit Jahren hängen
geblieben. Nun lebe ich hier und habe hier
meine Familie. Inzwischen bin ich schon 17
Jahre verheiratet und wir haben einen Sohn
mit 16 Jahren.
Verträumtes Rottenburg am
Neckar
Auch da wird, oder besser, hat sich etwas
geändert. Möchte einen anderen Weg
einschlagen und meinen Lebensabend mit
jemanden anderem verbringen.
Dies ist aber eine andere Geschichte.
Deshalb hier auch nichts weiteres von
meiner Familie bis auf eines,,, ich habe es
mir nicht leicht gemacht und ich habe lange
nachgedacht.
Es gab mal Zeiten in meinem Leben da
machte es mir regelrecht Spass NEUES zu
beginnen. Alles stehen und liegen zu lassen
und was NEUES zu beginnen das sehe ich
heute noch als die Freiheit des kleinen
Mannes. Eigentlich eine notwendige Freiheit
den nachzutrauern über Dinge die man
machen hätte können und doch nicht
gemacht hat... das finde ich, muss schlimm
sein. Nur diesmal scheint es irgendwie doch
anders zu sein. Erstmals habe ich eine
Verantwortung hinter mir gelassen wo ich
doch sonst immer für mich alleine
verantwortlich war. Zum zweiten: Ich bin
müde geworden, vielleicht auch zu sehr
verwöhnt durch anscheinendes
Familienleben. Es fällt mir schwer mich an
meinen NEUEN Weg zu gewöhnen und
vieles hatte ich mir anders vorgestellt.
Aber wäre es was NEUES wenn alles im
voraus berechenbar wär?
Das Bild das ich hier reingestellt habe ist ein Lieblingsbild von mir geworden mit sehr
viel Aussagekraft. Dabei muss es nicht so negativ angesehen werden wie viele die dieses
Bild kennen meinen. Ich kann es auch positiv sehen.
Als ich im November 2003 vom Münchner Hbf wegfuhr konnte ich eigentlich nur bis
hierher kommen... danach endet die Strecke.
Das kann heissen das ich hier bleiben sollte... aber ich kann es nicht sagen wie es weiter
geht. Ich werde wohl abwarten müssen und ich denke sollte ich irgendwo eine Arbeit fest
zugesagt bekommen in einer anderen Gegend in Deutschland werde ich wohl wieder
weiterziehen. Ich bin nicht verwurzelt hier und eine neue Arbeit zu finden
hat absoluten Vorrang.
Doch eines möchte ich nicht Abseits lassen.
Es ist nich zufällig das ich in Korbach gelandet bin. Es gibt hier den Menschen mit dem ich
gerne das restliche Leben teilen möchte und der mir überhaupt diesen NEUEN Weg
möglich gemacht hat. Den Schritt habe ich gemacht. Ich denke nun muss die Zeit
abgewartet werden was daraus werden kann.
Wie ich schon mal erwähnte... besser etwas zu tun als es hinterher zu bereuen es nicht
getan zu haben.
Abschied aus Korbach
Die Zeit ist abgewartet. Was ich im letzten Abschnitt geschrieben habe wird nun in
Vergangenheitsform eingehen in meinem Buch des Lebens.
"Es gab mal den Menschen mit dem ich gerne das restliche Leben teilen mochte..."
Es hat wehgetan festzustellen das man selbst etwas übersehen hat.
Man ist geneigt zu denken Gefühle sollte man nie zeigen.
Ich lass dies auch bewusst so stehen wenn ich auch dagegen rebelliere.
Dies einfach nüchtern zu sehen hilft mir momentan weiter.
Alles andere lässt mich nicht aus dem tiefen Loch herrauskommen in dem ich heftig
drinsteckte. Ich kam mir vor wie ein Clown der über seine eigene Spässe schon
lange nicht mehr lachen kann der aber durch seine Spässe bei anderen beliebt ist.
Wie hilft man sich? Man hofft, man verbittert und am Ende trauert man.
Ich weiss nicht mehr wo ich folgendes gelesen habe und wer es gesagt hat.
Versuche mich an die Worte zu erinnern und schreib sie hier mal auf so wie ich sie
aufgenommen habe in meiner Traurigkeit:
...Die Trauer einzugestehen und sie voll zu fühlen.
Es ist die stärkste Form der Zuneigung.
Zu uns, zu Anderen, zur Wahrheit, zur Liebe, zum Leben.
Trauer zeigt uns wie sehr uns all dies betrifft
und was wirklich wichtig für uns in unserem Leben ist.
Und selbst im größten Schmerz ist Sinn und Hoffnung.
Aus der Trauer spricht eine tiefe Form des Genießens.
Der Sonnenschein ist wertvoller nach einer Woche Regen.
In der Trauer liegt die Kraft vorwärts zu gehen und die Chance,
über Hindernisse zu triumphieren...
Korbach im Waldecker Land
Es ist nicht viel was ich schreibe was so viel für mich bedeutet hat...
aber es ist festgeschrieben in meinem Herzen und wird darinnen bleiben.
Eine Geschichte die nur denen gehört die es miteinander versucht haben.
Nun gibt es für mich hier keinen Grund zu bleiben.
Meine Reise wird weitergehen und... sie wird nicht in Richtung Norden sein
zu dem es mich immer zog... sie wird wahrscheins einen Kreis schliessen und
vielleicht lerne ich eine Stadt anders kennen wie ich sie schon mal erlebt habe.
Man wird sehen.
Und noch einmal zieht es mich weiter -
Lörrach zum zweiten.
Manni und Kater "Bule" ziehen um.
Ich hatte es wirklich nicht mehr gedacht. Noch einmal woanders
neu beginnen... noch einmal nach Lörrach?
Ja, es ist so. Ab November 2004 bin ich wieder in der Stadt im
Drei-Länder-Eck (Deutschland-Schweiz-Frankreich).
Meine erste Stadt in der ich längere Zeit war als ich noch sehr
jung war.
Vieles hat sich da geändert inzwischen und ich werde mich neu
gewöhnen müssen aber weiter alleine in Korbach zu leben -
Nein, dass hätte ich nicht ausgehalten. Korbach wird die
dunkelste Zeit in meiner Erinnerung bleiben.
Das liegt nicht nur an diesem Städtchen... alles was nur
schiefgehen konnte ging hier schief.
Nun werde ich wieder eine Stadt haben. Ich liebe Städte.
Ich liebe das Leben einer Stadt... brauche die Geräusche
einer Stadt.
Ich werde wieder eine Straßenbahn sehen und nutzen.
Ich liebe Straßenbahnen und sie beginnt ein paar Meter von
meinem neuem Zuhause ihre Fahrt von Riehen-Landesgrenze
hinein in eine schöne Stadt, nach Basel in die Schweiz. Ich freue
mich darauf und soll' es sein kann auch da ein Glück beginnen.
Ein Stillstand wie in Korbach wird es nicht sein.
Lörrach-Stetten
Grenzübergang (Blick in Richtung Schweiz)
Ein Jahr in Lörrach
Ich komme einfach nicht in die Gänge.
Seit ich aus München ging bin ich arbeitslos.
An manchen Tagen schaff ich es auch nicht von
Heute auf Morgen zu denken was man wohl tun
sollte wenn man nicht kaputt gehen möchte.
Einfach nicht mehr gebraucht zu werden tut
verdammt weh.
Wer aber einen Menschen gefunden hat der
einem sagt ich brauche dich der kann es noch
ertragen wenn Existenzängste einem den
Schlaf rauben möchten.
Ich hoffe und träume noch das alles gut geht.
Die Hoffnung und der Traum hätten dann auch
endlich einen Sinn.
Ich möchte mit meinem Lebenspartner das
letzte Drittel (er)leben und nie mehr alleine sein.
Ich will nicht mehr ohne sie sein.
Ich möchte ihr diesen Vers schenken den ich
gelesen habe.